
President Trump will UAP-Akten freigeben
Am 19. Februar 2026 machte Donald Trump auf Truth Social eine bemerkenswerte Ankündigung: Das Pentagon und andere Bundesbehörden sollen Regierungsakten zu unidentifizierten Flugobjekten („UAPs", ehemals UFOs) und außerirdischem Leben identifizieren und veröffentlichen. Auslöser war offenbar ein Podcast-Auftritt von Ex-Präsident Barack Obama, bei dem dieser andeutete, Außerirdische seien „real" – womit er nach Ansicht von Trump geheime Informationen preisgab.

Trump sagte an Bord der Air Force One, er könnte Obama „aus der Klemme helfen", indem er die entsprechenden Akten einfach freigebe. Ob die Ankündigung damit eher politisches Kalkül ist, bleibt offen.
Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen unterschiedlich aus. Luis Elizondo, ehemaliger Pentagon-Insider und bekannter Disclosure-Aktivist, bedankte sich auf X bei Präsident Trump und seiner Administration, wie auch den Whistleblowern und Medien, die diesen „Moment möglich gemacht haben". Gleichzeitig wies er auf die schiere Menge an Informationen hin, die möglicherweise bei Geheimdiensten, beim Verteidigungsministerium und beim Energieministerium lagern. Er sieht dies als „enorme Aufgabe" und Trumps Ankündigung als ersten Schritt – aber eben nur als ersten.
Christopher Mellon, früherer stellvertretender Staatssekretär im Pentagon für Geheimdienstfragen, formulierte es so: „This might be a consequential moment, but the impact will depend on the follow-through." Gleichzeitig wies er darauf hin, dass AARO – das offizielle UAP-Büro des Pentagon – bereits heute seinen gesetzlichen Verpflichtungen nicht nachkommt. Er bezog sich damit auf zwei vom Kongress mandatierte Berichte, die längst überfällig sind. Wenn Behörden schon heute nicht liefern, was sie längst müssten – warum sollte das jetzt anders werden?
Nicht alle teilten die Erwartungen der Offenlegungsbefürworter. Sean Kirkpatrick, ehemaliger Direktor von AARO, rechnet mit „keinen neuen Erkenntnissen". Gegenüber Scientific American erklärte er, es gebe keine Belege dafür, dass UAP-Sichtungen außerirdischer Natur seien. Gemäß seiner Einschätzung gibt es eine Tendenz, Sichtungen zu sensationalisieren, für die es kaum belastbare Daten gibt. Dies ist eine direkte Absage an eine der Kern-Behauptungen der Whistleblower.
Der australische Investigativjournalist Ross Coulthart, bekannt für seine Arbeit bei NewsNation, wies auf einen wichtigen Punkt hin: Trump hat kein einziges Mal das Wort „Deklassifizierung" verwendet. Ohne dieses Wort – in einem formalen Dokument, nicht in einem Social-Media-Post – hat die Ankündigung keine rechtliche Bindekraft.
Coulthart erinnerte an den JFK Records Act von 1992: Damals wurde unter Präsident George H.W. Bush ein umfassendes Gesetz zur Freigabe von Akten rund um die Ermordung J.F. Kennedys verabschiedet. Trotzdem dauerte es über 30 Jahre, bis relevante Dokumente tatsächlich veröffentlicht wurden.
Dazu kommt ein strukturelles Problem: Private Rüstungskonzerne wie Lockheed Martin, Northrop Grumman oder Raytheon sind von Trumps Direktive nicht betroffen. Diese Unternehmen operieren unter Verträgen mit nationalen Sicherheitsklauseln, die auch ein Präsident nicht einseitig aufheben kann. Mehrere Whistleblower, darunter David Grusch und Jake Barber, haben unter Eid ausgesagt, dass diese Firmen Zugang zu nicht-menschlicher Technologie haben sollen.
Coulthart brachte noch einen anderen Aspekt ins Spiel: Der Zeitpunkt der Ankündigung fiel auffällig mit den laufenden Enthüllungen rund um die Epstein-Akten zusammen. Er schließt nicht aus, dass die Ankündigung zumindest teilweise als Ablenkungsmanöver dient – und dass Trump nach den Midterms 2026 deutlich weniger Handlungsspielraum haben könnte. Wenn das Pentagon auf Zeit spielen will, muss es nur warten.
Die unterschiedlichen Reaktionen zeigen, wie gespalten die Öffentlichkeit beim UAP-Thema ist. Entscheidend wird sein, ob Trump eine verbindliche Exekutivorder unterzeichnet – oder ob es bei einer politischen Ankündigung bleibt. Die Antwort wird zeigen, wie ernst es der US-Regierung mit Transparenz beim UAP-Thema wirklich ist.